Verstoß gegen Cybersicherheitsvorschriften: US-Justizministerium reicht Klage gegen Georgia Tech nach dem False Claims Act ein
Wie in unserem Kundenhinweis vom August 2024 berichtet, schaltete sich das US-Justizministerium (DOJ) Anfang dieses Jahres in eine Angelegenheit im Zusammenhang mit dem False Claims Act (FCA) ein, die von zwei Whistleblowern angestrengt worden war. Diese behaupteten, dass die Georgia Tech Research Corporation und das Georgia Institute of Technology (Georgia Tech) gegen verschiedene Cybersicherheitsanforderungen verstoßen hätten, die Teil von Verträgen des Verteidigungsministeriums (DoD) sind. Die Intervention des DOJ war ein weiterer Beleg für das große Interesse der Staatsanwaltschaft an der Verfolgung von Betrugsfällen im Bereich der Cybersicherheit.
Die Reklamation
Am 22. August 2024 reichte das DOJ seine 99-seitige Klage im Fall Georgia Tech ein, die die Ergebnisse einer gründlichen Untersuchung vor der Klage widerspiegelt. In dieser Klage zitiert das DOJ ausführlich aus internen E-Mails, internen Instant Messages, anderen Mitteilungen und Zeugenaussagen, um zu behaupten, dass die Beklagten gegen die für die Institutionen als Auftragnehmer der Regierung geltenden Cybersicherheitsvorschriften und -bestimmungen des Bundes verstoßen haben. Darüber hinaus stützt diese Dokumentation die Behauptungen des DOJ, dass die Beklagten wussten oder leichtfertig nicht wussten, dass sie diese Vorschriften und Bestimmungen nicht eingehalten haben.
Beispielsweise behauptet das DOJ, dass ein ehemaliger Mitarbeiter ausgesagt habe, dass über einen längeren Zeitraum hinweg die geltenden Cybersicherheitsanforderungen „nicht durchgesetzt“ worden seien. In einem anderen Beispiel zitierte das DOJ umfangreiche Instant Messages, in denen Mitarbeiter die Nichteinhaltung der Cybersicherheitsanforderungen einräumten. An anderer Stelle behauptet das DOJ, dass die Beklagten eine „Kultur der Nichteinhaltung von Cybersicherheitsvorschriften” geschaffen hätten, wodurch Ansprüche aus mehreren Jahren ungültig geworden seien. Das DOJ fordert Schadenersatz in Höhe von etwa 30 Millionen US-Dollar, basierend auf den der Regierung in Rechnung gestellten Beträgen, wobei diese Zahl noch vor Anwendung der dreifachen Schadenersatzklausel des FCA und der Gebühren pro Anspruch berechnet wurde.
Mitbringsel
Die Klage des DOJ lässt folgende wichtige Schlussfolgerungen zu:
- Die detaillierten Vorwürfe, die sich über fast 100 Seiten erstrecken, spiegeln die Ergebnisse einer offenbar gründlichen Untersuchung wider. Dies zeigt, mit welcher Sorgfalt das DOJ diese Angelegenheiten im Rahmen seiner 2021 ins Leben gerufenen Civil Cyber-Fraud Initiative verfolgt.
- Die Überprüfung verschiedener Datenbestände – wie E-Mails, Instant Messages, PowerPoint-Präsentationen und andere Materialien – durch die Regierung zeigt, wie weit die Regierung gehen wird, um ihre Vorwürfe zu untersuchen und zu verfolgen. Dementsprechend sollten Unternehmen darauf achten, dass sie über angemessene Richtlinien für die Kommunikation und die Aufbewahrung von Dokumenten verfügen.
- Obwohl das DOJ nicht behauptet, dass sensible Informationen tatsächlich kompromittiert wurden, behauptet es, dass das DoD „für Militärtechnologie bezahlt hat, die in einer Umgebung gespeichert war, die nicht vor unbefugter Offenlegung geschützt war“. Das DOJ behauptet weiter: „Was das Verteidigungsministerium für seine Gelder erhielt, war von vermindertem oder gar keinem Wert und entsprach nicht dem vereinbarten Gegenwert.“ Mit anderen Worten: Das DOJ wird diese Maßnahmen auch dann weiterverfolgen, wenn keine Datenverletzung oder sonstige Gefährdung der Daten vorliegt.
- Die Whistleblower, die den Fall (vor dem Eingreifen des DOJ) vorgebracht haben, sind aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der Georgia Tech. Insofern verdeutlicht dieser Fall, wie wichtig es ist, eine Kultur der Compliance mit einem robusten und wirksamen Compliance-Programm zu gewährleisten.
- Dieser Fall ist nur das jüngste Beispiel dafür, dass das DOJ mutmaßliche Verstöße gegen Cybersicherheitsvorschriften gemäß dem FCA verfolgt. Das DOJ hat deutlich gemacht, dass es die Durchsetzung der Vorschriften in diesem Bereich ernst nimmt, und diese Intervention sowie die detaillierte Beschwerde zeigen das Engagement der Behörde in dieser Hinsicht.