Von seltenen Genen zu präziser Gesundheit: Neue NIH-Mittel in Höhe von 80 Millionen Dollar zur Erforschung eines längeren, gesünderen Lebens

Die Long Life Family Study (LLFS) ist ein über mehrere Jahrzehnte laufendes, multizentrisches Forschungsprogramm, das die genetischen und biologischen Faktoren aufdecken soll, die zu einer außergewöhnlichen menschlichen Langlebigkeit und einem gesunden Altern beitragen. Die Mitte der 2000er Jahre gestartete LLFS rekrutierte fast 5.000 Personen aus 539 Familien in den USA und Dänemark - Familien, die sich durch eine lange Lebensdauer auszeichnen - über drei Generationen hinweg, wobei die ältesten Mitglieder bei der Rekrutierung im Durchschnitt etwa 90 Jahre alt waren.
Zuvor hatte das Projekt im Jahr 2019 vom National Institute on Aging der National Institutes of Health (NIH) 68 Mio. USD über fünf Jahre erhalten, wobei die Washington University in St. Louis als Koordinierungs- und Analysezentrum neben den Partnerstandorten an der Boston University, der Columbia University, der University of Pittsburgh und der University of Southern Denmark fungiert. Kürzlich verlängerte das NIH die Finanzierung um weitere 80 Millionen Dollar über fünf Jahre, so dass die LLFS bis 2030 laufen kann. Bis heute wurden mehr als 5 400 Personen in die Studie aufgenommen und durch wiederholte häusliche Untersuchungen über einen Zeitraum von fast 20 Jahren begleitet.
Die derzeitige Phase umfasst modernste "Long-Read"-Ganzgenomsequenzierung mit PacBio-Technologie (bis zu 7 800 Proben), Epigenomik, Proteomik, Metabolomik und Mikrobiomanalyse, wodurch seltene schützende Varianten, Methylierungsmuster und andere biologische Marker erkannt werden können, die bei Standardverfahren oft übersehen werden.
Auswirkungen auf die Präzisionsmedizin
Die Suche der LLFS nach seltenen, schützenden genetischen Varianten und die Integration von Multi-omics mit detaillierten phänotypischen und Längsschnittdaten stehen in engem Einklang mit den Zielen der Präzisionsmedizin, die genetische Signaturen zur Vorhersage von Krankheitsresistenzen, zur Anpassung von Präventionsstrategien und zur Entwicklung von Therapien nutzt, die auf individuelle biologische Profile ausgerichtet sind. Das generationenübergreifende Design der Studie hilft auch bei der Ermittlung von Lebenslauf- und Umweltfaktoren, die das genetische Risiko oder die Resilienz verändern können.
In einer Zeit knapper werdender Bundesforschungsbudgets unterstreicht diese anhaltende und erweiterte NIH-Investition die wahrgenommene große Bedeutung der LLFS. Die Ergebnisse könnten direkt in personalisierte Alterungsmaßnahmen, die Entwicklung von Biomarkern und Therapien einfließen, die darauf abzielen, sowohl die Lebensspanne als auch die Gesundheitsspanne zu verlängern. Der Umfang und die Längsschnitttiefe der LLFS werden sich zweifellos auf die Geriatrie, die Prävention chronischer Krankheiten und die öffentliche Gesundheitspolitik auswirken.
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